Vorbericht DRAUSSEN VOR DER TÜR

Unter all den Rezensionen haben wir heute mal wieder eine Ankündigung für das nächste Gastspiel DRAUSSEN VOR DER TÜR vom Theater Erlangen am 22.3.2019 um 19:30 im Parktheater Bensheim.

von Alessandra Bitsch und Marie Götz

Wie muss es sich anfühlen, nach drei Jahren Krieg in ein komplett zerstörtes Deutschland zurückzukehren? Genau dieses Szenario zeigt das 80minütige Theaterstück „Draußen vor der Tür“ am Freitag, den 22. März, um 19:30 Uhr im Bensheimer Parktheater. Im Rahmen der Woche der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler führt das Theater Erlangen, unter der Regie von Maria Sendlhofer die Inszenierung des gleichnamigen Romans von Wolfgang Borchert vor.

Der Soldat Beckmann kommt, nachdem er drei Jahre im zweiten Weltkrieg an der Front gekämpft hat, in seine Heimatstadt Hamburg zurück. Jedoch gestaltet seine Ankunft sich, als nicht so erfreulich, wie er es erhofft hat. Menschen schließen vor ihm ihre Haustüren. Er hat nichts, woran er nach dem Krieg anknüpfen kann. Das Volk möchte den Krieg hinter sich lassen und vergessen, was geschehen war. Die Menschen sehen in Beckmann einen der Verantwortlichen und somit einen Täter und nicht ein Opfer. Genau diesen Aspekt, dass ein Soldat nie nur Opfer ist, möchte das Theater Erlangen verdeutlichen und der heutigen Generation näher bringen. Beckmann selbst leidet unter Schuldgefühlen und dem Ausschluss der Gesellschaft. Er ist psychisch und physisch angeschlagen.

Auf der Bühne stehen lediglich zwei Akteure, die Hauptperson Beckmann, gespielt von Enrique Fiß und Niklas Handrich als musikalische Begleitung. Neben der Musik spielt auch das Element Wasser eine wichtige Rolle. In einigen Szenen ist das Wasser auf eine Leinwand projiziert, in anderen agiert die Hauptperson selbst damit. Der Rest des Bühnenbildes wirkt zertrümmert und erinnert somit an die Nachkriegszeit, in der das Stück spielt. Die Kleidung des Schauspielers ist weit und in gedeckten Farben und fügt sich somit in das Bühnenbild ein.

Das Theater Erlangen ist mit seiner Inszenierung des Stücks „Draußen vor der Tür“ zum ersten Mal zu Gast in Bensheim. In Erlangen selbst erfreut sich das Theaterstück großer Popularität und ist bereits im Voraus ausverkauft. Von Kritikern wird vor allem die Knappheit der Worte, mit denen die Intension des Stückes vermittelt wird, gelobt. Dem Hauptdarsteller selbst wurde das Drama zur Herzensangelegenheit, denn als er das Skript des Stückes während einer Zugfahrt las, war er so berührt, dass er alles daran setzte, es aufführen zu können.

 

Foto: Jochen Quast

 

 

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