Eröffnung der 24ten WOCHE JUNGER SCHAUSPIELERINNEN UND SCHAUSPIELER 2019 in Bensheim

Hier kommt ein kleiner Eindruck zu unserer Eröffnung gestern im Parktheater Bensheim.

Gestern war es endlich soweit: Das Parktheater öffnete seine Türen für das junge Theaterfestival, die WOCHE JUNGER SCHAUSPIELERINNEN UND SCHAUSPIELER.
Zum vierundzwanzigsten Mal kommen Gastspiele aus dem deutschsprachigen Theaterraum, um am Ende mit dem Günther-Rühle-Preis ausgezeichnet zu werden.

Im vollen Foyer des Parktheaters eröffneten Bürgermeister Rolf Richter und der Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste Hans-Jürgen Drescher das Theaterfestival.

In diesem Jahr wurden im Titel des Festivals die „Schauspielerinnen“ ergänzt und zum ersten Mal in der Geschichte der #wjs kuratieren drei Frauen das Programm, die Auswahl der Stücke, die zum Festival nach Bensheim eingeladen werden.
Und das hat einen guten Grund:

Dies ist nicht nur ein Statement zur Debatte über Frauen in Führungspositionen, es verändert auch den Blick auf die ausgewählten Stoffe und ermöglicht einen Diskurs über die Gleichstellung von Frau und Mann in künstlerischen Prozessen.

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v.l.n.r. Carola Hannusch, Marlene Anna Schäfer, Dagmar Borrmann

Der dreiköpfigen Kuratorinnen-Jury gehören Dagmar Borrmann (Ausbildungsdirektorin Schauspiel HfMDK, Frankfurt), Marlene Anna Schäfer (freie Regisseurin) und Carola Hannusch (Dramaturgin, Theater Essen) an.

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Dagmar Borrmann

Dagmar Borrmann sagt in ihrer Eröffnungsrede während der Auftaktveranstaltung:

„Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
lassen Sie mich vorab im Namen der „Frauen-Jury“ sagen, dass wir sehr froh über die einvernehmliche Entscheidung zwischen der Akademie und der Stadt Bensheim sind, das Festival in „Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler“ umzubenennen.

Wir hätten die bisherige Bezeichnung auch mit dem Verweis auf das generische Maskulinum vor unseren jungen Schauspiel-Kolleginnen nicht mehr rechtfertigen können. Es ist ja immer noch so, dass Schauspielerinnen im Theater im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen vielerlei Nachteile in Kauf nehmen müssen: die Gagen sind bei vergleichbarer Qualifikation um 15 bis 20% niedriger. Hinzu kommt, dass die Rollen für Frauen – besonders, wenn es sich um historische Stücke handelt – in der Regel weniger komplex, interessant und protagonistisch sind.

Eine bislang weitgehend unbekannte Tatsache ist: Der Anteil der Frauen im Theater nimmt zu, je höher die täglichen Arbeitsbelastungen sind: 65% der Frauen arbeiten zehn Stunden und mehr, was heißt: während die Frauen verstärkt ausgebeutet werden, profitieren die Männer – im Verhältnis – von besseren Arbeitszeiten.*

Umso wichtiger ist es uns, dass junge Schauspielerinnen schon im Titel des Festivals als gleichrangig gewürdigt werden und sich genauso „gemeint“ fühlen wie ihre männlichen Kollegen.“

Quelle: eine Langzeit-Untersuchung von Prof. Thomas Schmidt, die im Herbst/ Winter 2019/2020 publiziert wird.

Im Anschluss wurden die fünf Gastspiele vorgestellt. Jedes Theater sandte eine*n Vertreter*in, der/die gemeinsam mit den Kuratorinnen die Stücke im bis auf den letzten Platz gefüllten Parktheater präsentierte.

Im Publikum, saß die dreiköpfige Jury, die den/die Gewinner*in des Günther-Rühle-Preises am 29. März auszeichnet.
Diese Jury besteht aus Milena Wichert (freie Regisseurin), Christiane Ehret-Jeltsch (Lehrerin an der Liebfrauenschule Bensheim) und Hans-Ulrich Becker (Ausbildungsdirektor Regie/ HfMdK Frankfurt).

Im Rahmenprogramm des Festivals kann das Schulprojekt THEATERKRITIK dieses Jahr erheblich erweitert werden, Fördergelder aus dem hessischen Kulturkoffer machen das möglich.

Nach der Auftaktveranstaltung eröffnete das Gastspiel „Im Herzen der Gewalt“ vom Thalia Theater Hamburg unter großem Applaus das Festival.

Beim Nachgespräch mit den Schauspieler*innen und der Regisseurin wurde angeregt über Gewalt, Diversität und Diskriminierung debattiert.

Das nächste Gastspiel Jugend ohne Gott vom Düsseldorfer Schauspielhaus findet morgen (Samstag, 9.3.) um 19:30 statt.
Wir laden um 19:00 zur Einführung und im Anschluss zum Nachgespräch ins Foyer des Parktheaters Bensheim ein.

Fotos: Alexandra Lechner Fotografie

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