Eine Sternstunde- Hörspiel des Jahres 2018

Am vergangenen Samstag wurde im Literaturhaus Frankfurt das Hörspiel des Jahres 2018 ausgezeichnet.

Hier kommen ein paar Impressionen zu einem rundum gelungenen Abend.

Hier gibt es einen Ausschnitt vom Hörspiel des Jahres 2018:
AUF DER SUCHE NACH DEN VERLORENEN SEELENATOMEN von Susann Maria Hempel.

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Benno Schirrmeister (taz-Redakteur) schreibt:
„Mein Job ist es, erst einmal daran zu erinnern, dass nicht alles gut war. Daran, dass manche Einreichungen – keine Angst, ich nenne keine Beispiele, das verdürbe bloß die Stimmung und ginge auf die Zeit – Daran also, dass manche Einreichungen, obwohl ja mehrere redaktionelle Filter vorgeschaltet sind, der Jury als richtig schlecht erschienen sind. Für uns waren das dann die Momente des Selbstzweifels, ob es statt oder neben einer lobenden nicht auch eine rügende Erwähnung geben müsste für – nein, ich nenne keine Beispiele – missglückte oder fehlende Recherche, für allzu selbstgefälliges Experimentieren oder für sprachhistorische Fehlleistungen? Daran schließt sich die Frage an, ob überhaupt die Mitarbeit an diesem schönen Preis sinnvoll ist? Könnte es nicht sein, dass die Rezeption der Gattung Hörspiel zu sehr durch ermutigende Preise und lobende Erwähnungen gekennzeichnet ist? Durch „Kunstbetrachtung“ statt durch echte Kritik? Wann, in welcher Radiosendung, haben Sie zum letzten Mal einen echten Hörspiel-Verriss gehört?  Wo den letzten gelesen? Mich erinnert das an den schonend-entmündigenden Umgang mit Todkranken, bloß nicht aufregen, sonst geht er mir noch ein! und dann sitze ich da mit den Schuldgefühlen, das will ich tunlichst vermeiden, also lieber nur Gutes über den Gerade noch Lebenden, und es ist klar: ein solcher Umgang mindert die Relevanz der Gattung. Er verhindert die kontroverse Diskussion, verhindert die Gegenwehr der Autor*innen, verhindert produktiven Streit, verhindert die Erzeugung von Skandalen (…) Das ist traurig, weil wir uns als Hörende einer atemberaubenden Fülle an Formen und einem Reichtum an Anstößigem ausgesetzt wissen: Es gibt eine große Vielfalt sehr persönlicher Ansätze für ein vom Geräusch und vom Sound  ausgehendes Erzählen. Im klingenden Erzählen entwickeln und bestimmen diese Hörstücke ihre eigenen ästhetischen Kriterien (… ) letztendlich ist es so schwer nicht, die Werke zu erkennen und zu benennen, in denen der Eigensinn des Hörspiels lebt: Sie sind es, die berühren.“

Den ganzen Beitrag kann man hier nachlesen.

Preisverleihung Hörspiel des Jahres 2018
v.l.n.r: Regine Beyer, Benno Schirrmeister, Nikolaus Löwe, Viktorie Knotková, Susann Maria Hempel, Mareike Maage, Christoph Buggert, Daniela Ginten

 

Fotos: Alexandra Lechner Fotografie

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