Michael Kohlhaas – Nationaltheater Weimar

Nationaltheater Weimar

Michael Kohlhaas

von Heinrich von Kleist

Gastspiel am 13. März um 19:30 im Parktheater Bensheim

Der Pferdehändler Michael Kohlhaas, »einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit« wird mit zwei zum Verkauf bestimmten Pferden an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen aufgehalten. Weil er einen scheinbar benötigten Passierschein nicht vorlegen kann, werden ihm die Tiere gepfändet und verwahrlosen beim Junker Wenzel von Tronka. Eine Klage gegen dieses Unrecht bleibt erfolglos. Das Bemühen seiner Frau Lisbeth, sich bei der Obrigkeit Gehör zu verschaffen, endet mit ihrem Tod. Kohlhaas sinnt auf Rache und brennt sich durch das Land, um von Tronka zu ergreifen. Die Mächtigen um den Sächsischen Kurfürsten sind sich nicht einig, wie der Staat auf den Rosshändler reagieren soll. Kohlhaas Recht geben und die begangen Straftaten amnestieren? Oder ihn mit aller Härte aus dem Verkehr ziehen?

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Copyright Nationaltheater Weimar
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Regisseur Sebastian Martin lässt die Geschichte des Rosshändlers von vier rechtsextremen Erzählerfiguren interpretieren, die sich in Michael Kohlhaas wiedererkennen: vom Staat und seinen Vertretern enttäuscht, ungerecht behandelt und fest entschlossen, sich mit allen notwendigen Mitteln dagegen zu wehren. Die Figuren machen sich Stationen der Novellenhandlung fragmentarisch zu eigen, um die Geschichte mit Bezügen zu unserer Gegenwart in ihrem Sinne umzudeuten. Die Zuschauer*innen sind gefordert, sich dieser auf die Spitze getriebenen Umdeutung und Inbesitznahme der Novelle zu stellen und sich dazu zu verhalten.

Mit:
Marcus Horn, Thomas Kramer, Jonas Schlagowsky, Isabel Tetzner

Regie: Sebastian Martin
Bühne und Kostüme: Kaja Bierbrauer
Dramaturgie: Carsten Weber
Video: Bastian Klügel

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Pressestimmen:
»Das ist eine intelligente Arbeit, die zeigt, wie man diesen Kohlhaas missbrauchen kann. Die Gefahr, dass sie’s selbst tut, steht stets im Raum, bleibt aber uneingelöst. Dafür sorgen vier exzellente Schauspieler, die die gesamte ideologische Klaviatur ihrer Figuren ebenso durchschimmern lassen wie die eigene, eher konträre Haltung dazu.«

(Thüringer Allgemeine, 11.11.2017, Michael Helbing)

Fotos: Nationatheater Weimar
Quelle: Nationaltheater Weimar

 

Ein Kommentar

  1. Klingt prinzipiell nach einer spannenden Idee, auch wenn ich selbst bisher weniger ein Fan moderner Umdeutungen und Transkriptionen war. Schade, dass ich zu weit weg bin, um der Idee eine Chance zu geben, mich auch tatsächlich davon zu überzeugen.

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