Im Herzen der Gewalt – Thalia Theater

Heute stellen wir Euch das erste Stück des Programms in der Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler vor. Wir starten mit dem ersten Gastspiel vom

Thalia Theater

Im Herzen der Gewalt

von Édouard Louis
In einer Fassung von Franziska Autzen und Matthias Günther

Gastspiel am 7. März ca. 20:15 im Parktheater Bensheim

Auf der Straße begegnet Édouard einem jungen Mann. Er heißt Reda. Ein Flirt beginnt. Er nimmt ihn mit nach Hause. Eine schöne Nacht, doch sie wird Édouards Leben nachhaltig verändern, als Reda ihn mit einer Pistole bedroht, fesselt und vergewaltigt. Édouard flieht aus Paris zu seiner Schwester Clara in die Provinz, aus der er einst verschwand, beschimpft als Schwuchtel und behandelt wie ein Aussätziger. Alles in Édouards Kopf dreht sich um diese Erfahrung im „Herzen der Gewalt“, um seine Scham, überhaupt darüber zu sprechen, seine verspätete Anzeige bei der Polizei, die Untersuchungen und Befragungen durch Juristen, Ärzte und Polizisten. Er fühlt sich seiner Geschichte beraubt und er wird mit dem Rassismus der Beamten konfrontiert, die im Polizeijargon von dem Täter bloß als „maghrebinischem Typus“ sprechen. „Für sie“, so Édouard, „implizierte maghrebinischer Typus keine geographische Information, sondern bedeutete schlicht Schurke, Übeltäter, Krimineller.“

Thalia Theater
Copyright Krafft Angerer
Thalia Theater
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Édouard Louis, der mit seinem autobiografschen Roman „Das Ende von Eddy“ zum Shootingstar der französischen Literatur avancierte, thematisiert auch in seinem zweiten Roman die strukturelle und physische Gewalt, die Sprache und Politik ausüben. „Unsere Welt ist tief von Gewalt geprägt“, sagt Édouard Louis, „Die einzige Möglichkeit, die Gewalt zu bekämpfen, ist, darüber zu sprechen.“

Dauer 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Mit:
Toini Ruhnke und Sebastian Jakob Doppelbauer
Regie: Franziska Autzen
Ausstattung: Sina Brüggemann
Musik: Johannes Hofmann
Video: Simon Janssen
Tanz-Choreographie: Heiko Büter
Dramaturgie: Matthias Günther
Aufführungsrechte: The Wylie Agency London

 

Pressestimmen:
„Dank einer Regie, die sich auf das Wesentliche beschränkt, und dem Spiel zweier Darsteller, die keine Scheu zeigen, bis an ihre Grenzen zu gehen, ist dieser kurzweilige Abend politisches Statement, Seelenschau und nicht zuletzt Theater, über das nachzudenken sich lohnt. Sebastian Jakob Doppelbauer und Toini Ruhnke werfen aus ganz unterschiedlichen Richtungen Schlaglichter auf Èdouards Geschichte, lassen kurze Szenen aufblitzen und versprühen in scharfkantigen Dialogen reichlich Geschwistergift.“ – Sören Ingwersen, Szene Hamburg, Oktober 2018

Fotos Copyright Krafft Angerer
Quelle: Thalia Theater Hamburg

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