Gertrud-Eysoldt-Ring 2018 geht an André Jung

Seit 1986 vergibt die Stadt Bensheim zusammen mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste den Gertrud-Eysoldt-Ring, ein Vermächtnis des 1981 in Bensheim verstorbenen Theaterkritikers Wilhelm Ringelband, der den Namen der von ihm verehrten Max-Reinhard-Schauspielerin (1870-1955) mit einer Auszeichnung verbunden sehen wollte. Der Preis, der mit 10.000 EUR dotiert ist, wird für eine herausragende schauspielerische Leistung im Theater vergeben.
Zu den bisherigen Preisträger gehören z.B. Ulrich Mühe, Corinna Harfouch, Charly Hübner, Nina Hoss oder Wolfram Koch.

Der Gertrud-Eysoldt-Ring 2018 geht an den Schauspieler André Jung. Das gaben die Stadt Bensheim und die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste heute bekannt. André Jung erhält die begehrte Auszeichnung für seine Rolle als Erzähler in Georg Büchners „Lenz“ am Zürcher Schiffbau, Regie: Werner Düggelin.

Der Schauspieler André Jung ist damit der erste Luxemburger, der die begehrte Auszeichnung erhält. Die Jury (Rita Thiele, Wolfram Koch und Barbara Frey) würdigt den Preisträger als einen „der feinsinnigsten, radikalsten und erstaunlichsten Bühnenkünstler unserer Zeit“. Ebenso heben die Juroren seine Gesamtleistung als Protagonist und als überzeugter Ensemblespieler über mehrere Jahrzehnte an großen Häusern und in freien Produktionen hervor.
„Er ist ein Zauberer des Wortes und der Gesten, ein Meister der Unmittelbarkeit. Er kennt keinerlei Eitelkeit, ist immer Spieler und Jongleur, aber auch Wanderer am Abgrund“, so die Jury in ihrer Begründung.

Der mit 5.000 Euro dotierte Kurt-Hübner-Regiepreis, der anlässlich der Vergabe des Gertrud-Eysoldt-Ringes von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste verliehen wird, geht an den englischen Regisseur, Autor und Theaterleiter Robert Icke für seine Inszenierung der „Orestie“ am Staatstheater Stuttgart.
Theaterkritiker Peter Kümmel, der den Preisträger ausgewählt hat, schreibt „Robert Ickes Orestie hat eine unheimliche Wirkung: als sähen Vergangenheit und Gegenwart einander an – auf misstrauischer Augenhöhe. Und es ist fraglich, wer sich mehr fürchtet vor dem, was er da sieht. Icke ist, als Überbrücker von Schalt- und von Kulturkreisen, fürs deutsche Theater eine Entdeckung.“

Die Verleihung des Eysoldt-Ringes und des Regiepreises findet am 16. März 2019 im Parktheater Bensheim statt.

 

Foto: Yves Binet

Veröffentlicht von Helene

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