Vorbericht – Besiegt am Feld des Lebens.

Alle kommenden Stücke der WjS2020 wurden aufgrund der aktuellen Corona Situation abgesagt. Dennoch haben die Schüler des Projekts THEATERKRITIK ihre Hausaufgaben gemacht und zu diversen Stücken Texte geschrieben. Dies ist der erste Vorbericht.

Russische Avantgarde im Parktheater

Auf der Rückseite von Kassenbons hat der russische Avantgardist Daniil Charms seine Notizen zum Wahnsinn des Alltags gesammelt. Charms, zu Lebzeiten mehrfach verhaftet und in psychiatrische Behandlung zwangsüberstellt, starb 1942 während der Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht. Acht Schauspielstudierende der Theaterakademie Hamburg, Hochschule für Musik und Theater in Kooperation mit dem Thalia Theater, setzen in ihrer Abschlussproduktion Charms Kurztexte in Szenen um „zwischen Späßen und Schlägen, in Lach- und Schmerzräumen“ (thalia-theater.de). Jörg Pohl, renommierter Schauspieler am Thalia Theater und ab der Saison 20/21 Mitglied des Leitungsteams der Schauspielsparte am Theater Basel, gibt mit dem Stück sein Regiedebüt. 

Nach der Uraufführung von „Besiegt am Feld des Lebens“ lobte das Hamburger Abendblatt die Spontanität und Spielfreude der Darsteller. Mit Liebe zum Detail seien die Szenen erarbeitet und nie rutsche die Groteske in Klamauk ab. Im Rahmen des 30. Schauspielschultreffens am Deutschen Theater Berlin wurde die Aufführung mit einem Ensemblepreis und dem Preis der Studierenden ausgezeichnet. Auch der Untertitel des Stücks „Eine psychedelische Revue“ macht neugierig. Bensheim darf sich auf abwechslungsreiche, möglicherweise „bewusstseinserweiternde“ 80 Minuten freuen! 

Das Stück „Besiegt am Feld des Lebens“ nach Daniil Charms wird am 15. März um 19:30 im Rahmen der 25. Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler im Parktheater Bensheim aufgeführt. Eine Einführung wird ab 19 Uhr angeboten. (Fällt leider aufgrund von Corona aus. Anm. d. Red.)

Tilman Arndt, Alexander Götz, Johannes Schwalbach

Alleskönner oder Dienstleister? Schauspielkunst im zeitgenössischen Theater

Podiumsdiskussion am 13. März 2020, 19:30
Ort: Gertrud-Eysoldt-Foyer, Parktheater Bensheim 

Die Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler geht dieses Jahr in ihre 25. Ausgabe: Anlass für die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste nach den Veränderungen der letzten Jahre in diesem Berufsfeld zu fragen. 

  • Was ist die Position der Schauspieler*innen in den Produktionsprozessen gegenwärtigen Theaters?
  • Was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert?
  • Haben Schauspieler*innen durch kollektive Arbeitsweisen neue Freiheiten gewonnen oder unterliegen sie lediglich einem größeren Phantasie-Stress?
  • Fühlen sie sich als Mit-Autor*innen der Inszenierung?
  • Wie gehen sie mit der Vielfalt der Spielweisen um?
  • Wie muss sich die Ausbildung verändern, damit Absolvent*innen den diversifizierten Anforderungen des Berufsfelds gewachsen sind? 

Diese und weitere Fragen wollen wir mit jungen und erfahrenen Theatermacher*innen diskutieren.

Gesprächsleitung: Marion Tiedtke

Mit Hermann Beil, Florian Fischer, Anica Happich, Dörte Lyssewski, Rita Thiele und Dimitrij Schaad

Dauer: ca. 1 Std.

Der Eintritt ist frei

Wir bitten um formlose Anmeldung entweder per Email an: akademie@darstellendekuenste.de oder telefonisch: 06151-9699046 

Oder über Stadtkultur Bensheim: Stefanie.Wahlig@bensheim.de oder 06251 – 1778 – 16

Kurzviten

Gesprächsleitung: Marion Tiedtke, Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin Schauspiel Frankfurt

Dramaturgin an Theatern in Berlin, Bremen, München, Wien; von 2007 bis 2017 leitete sie als Professorin und Ausbildungsdirektorin den Studiengang Schauspiel, von 2011 bis 2014 als Dekanin den gesamten Fachbereich Darstellende Kunst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Von 2014 – 2016 war sie Jury-Mitglied zur Verleihung des Gertrud-Eysoldt-Rings.

Hermann Beil, Dramaturg, Regisseur und Rezitator

Dramaturg an Theatern in Frankfurt, Basel, Stuttgart, Bochum, Wien, Berlin und bei den Salzburger Festspielen; 2009-2016 Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, seither Ehrenpräsident; langjähriger Kurator der Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler

Florian Fischer, Regisseur und Kurt-Hübner-Preisträger 2019

2014 Jurypreis beim europäischen Festival für junge Regie Fast Forward für sein Diplomprojekt. Arbeiten an Theatern in Sarajevo, Basel, Braunschweig, Gent und Dresden; 2019 Einladung seiner Inszenierung Operation Kamen(Dresden) zu radikal jung – Festival für junge Regie und Kurt-Hübner-Regiepreis 2019. Kurator von Ausstellungen bei Komplot in Brüssel, Verfasser von Reportagen und lecture performances; choreografische Arbeit z. B. für die Fashion Week Paris.

Anica Happich, Schauspielerin

Vor der Schauspielausbildung Reise für 6 Monate nach Bolivien, um mit Straßenkindern Theater zu machen; 2016-2019 Ensemblemitglied am Theater Bielefeld; 2016 gründet sie das junge ensemble-netzwerk, in dessen Vorstand sie ist; 2019/2020 Ensemblemitglied am Theater Basel; im Künstlerkollektiv „happichzurlinden“ konzipiert und realisiert sie performative Abende. 

Dörte Lyssewski, Schauspielerin, Sprecherin, Autorin und Eysoldt-Ring-Trägerin 2003

Engagements an Theatern und Opernhäusern in Berlin, Zürich, Montpellier, Bochum, Paris, Brüssel; seit 2009 Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters; Engagements bei den Wiener Festwochen, den Salzburger Festspielen und der Ruhrtriennale; Ehrung mit zahlreichen Preisen, wie  dem Eysoldt-Ring 2003 und dem Nestroy-Preis 2012. Arbeit für Radio, Film-und Tonstudios; 2015 erschien ihr erstes Buch bei Matthes und Seitz.

Dimitrij Schaad, Schauspieler und Autor

Engagements an Theatern in München, Essen und Bochum; von 2013-2019 Ensemblemitglied des Gorki Theater Berlin; 2011 Bochumer Theaterpreis und beim NRW-Theatertreffen Auszeichnung als bester Nachwuchsdarsteller; 2014 von »Theater heute« zum Nachwuchsschauspieler des Jahres gewählt; Fernseh- und Filmproduktionen.

Rita Thiele, Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg; Jurorin des Kurt-Hübner Regie-Preises

Dramaturgin an Theatern in Tübingen, Kiel sowie Mitglied der Direktion Claus Peymanns am Burgtheater Wien, danach am Berliner Ensemble. Von 2001 bis 2006 war sie Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin am Düsseldorfer Schauspielhaus, ab 2007 am Schauspiel Köln. Seit der Spielzeit 2013/14 ist Rita Thiele Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg.

Die WjS 2020 bietet Schülerinnen und Schülern auch 2020 ein vielseitiges Programm mitzuwirken

Wie der Titel des Festivals schon sagt, geht es um junge Künstler*innen und junge Menschen auf der Bühne. Es geht aber auch um ein junges Publikum, dass mit den behandelten Stücken und Stoffen erreicht werden soll.
Neben den für Jugendliche relevanten Themen bietet die WOCHE JUNGER SCHAUSPIELERINNEN UND SCHAUSPIELER ein spannendes Programm.
Zum fünften Mal veranstaltet die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste das Schulprojekt THEATERKRITIK.

Das Projekt richtet sich an junge Leute, die aktiv in das Festival eingebunden werden sollen. Gemeinsam mit ihren Deutschlehrer*innen des Kurfürstlichen Gymnasiums schreiben sie Texte und Theaterkritiken über die gesehenen Stücke.
Eine Jurygruppe wird am letzten Abend des Festivals, das aus ihrer Sicht beste Gastspiel auszeichnen.
Begleitet werden die jungen Kritiker*innen von ihren Lehrer*innen, Profis der Theaterpädagogik und des Journalismus.
In Kooperation mit dem Bergsträßer Anzeiger werden die Vorberichte und Kritiken veröffentlicht, ebenso werden die Beiträge hier auf dem Blog, über Facebook und Instagram publiziert.

Der Instagramkanal der Akademie kann für Backstage-Storys, Fotos und persönliche Erfahrungsberichte genutzt werden und erreicht damit ein jüngeres Publikum.

Beitrag: Daniela Ginten, Marie Helene Anschütz

In der Schülerjury sind noch Plätze frei!

Unsere Schüler*innen-Jury ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und wir freuen uns auch 2020 über Anmeldungen interessierter Jugendlicher! Noch sind Plätze frei!!

Teilnahmevoraussetzung ist der Besuch aller fünf Aufführungen (bei freiem Eintritt) und eines Vorbereitungstreffens am 9.3.2019 vor der Aufführung von „MALADE oder woanders ist auch noch“. Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen sich beim koordinierenden Theaterpädagogen Raphael Kassner zu melden, der auch für  Fragen zur Verfügung steht (theaterpaedagogik@darstellendekuenste.de). Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen!

Auch in diesem Jahr gibt es zur Vorbereitung und Vermittlung aller Inszenierungen jeweils um 19.00 Uhr im oberen Foyer des Parktheaters Einführungsgespräche mit Vertretern der jeweiligen Produktion (u.a. Regie, Dramaturgie, Theaterpädagogik). Dabei werden Fragen zur Stückentwicklung, zum Konzept, zur Inszenierung und Ausstattung erläutert.

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Auftakt – Die Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler wird 25

Auftakt, 4. März, 19.00 Uhr im Parktheater Bensheim

Bei der 25. Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler zeigt die Auswahl der fünf Stücke herausragende Beispiele, in denen bekannte Stoffe unter aktuellen Gesichtspunkten neu durchdacht werden. 

Das Programm

● Vorstellung des Festivalprogramms
Die Jury – Prof. Dr. Dagmar Borrmann, Marlene Anna Schäfer und Michael Letmathe – stellen gemeinsam mit den Teams der jeweiligen Aufführungen das Festivalprogramm vor, mit dem sich die interessantesten jungen Schauspieler*innen des deutschsprachigen Raumes in Bensheim präsentieren werden.

● zum 25jährigen Jubiläum:
„Ein Einblick in die Schauspielausbildung heute“

Wie ist der Weg in den Schauspielberuf? Was muss man lernen, um für die vielfältigen Anforderungen im Theater und in den Medien optimal vorbereitet zu sein?
Diesen und anderen Fragen geht Prof. Dr. Dagmar Borrmann, Vorsitzende der Jury und Ausbildungsdirektorin für Schauspiel, gemeinsam mit Absolvent*innen der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt nach.
Die Absolvent*innen werden Monologe und Szenen aus ihrem Abschlussprogramm präsentieren und Aspekte der Ausbildung erläutern.

● Der Regisseur und Theaterpädagoge Raphael Kassner stellt das Schulprojekt „Theaterkritik“ vor. 

● Bekanntgabe der Juroren für den begehrten „Günther-Rühle-Preis“

Nicht vergessen! – Einführungen 19.00 Uhr vor jedem Gastspiel 

Auch in diesem Jahr gibt es zur Vorbereitung und Vermittlung aller Inszenierungen jeweils um 19.00 Uhr im Gertrud-Eysoldt-Foyer des Parktheaters Einführungsgespräche mit Vertretern der jeweiligen Produktion (u.a. Regie, Dramaturgie, Theaterpädagogik). Dabei werden Fragen zur Stückentwicklung, zum Konzept, zur Inszenierung und Ausstattung erläutert. 

Zur Teilnahme wird herzlich eingeladen!


Wer noch keine Karten für die Vorstellungen hat, sollte dies schleunigst nachholen!

Kartenvorverkauf Bensheim
. Tourist-Info, Hauptstr. 39 (Alte Faktorei) Tel.: 06251/5 82 63-14
. Musik Box (im Kaufhaus Ganz), Tel.:  06251/610540
. Bergsträßer Anzeiger, Pressehaus am Ritterplatz, Rodensteinstr. 6, Tel.:  06251/100816
. Musikgarage Bensheim, Bahnhofstr. 24, Tel.: 06251/680352

Kartenvorverkauf überregional
bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Eine Liste der Vorverkaufsstellen in der Nähe findet sich hier 

Tickethotline: 0180 6050400 (0,20 € pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 0,60 € pro Anruf aus allen Mobilfunknetzen. Die Hotline ist Montag bis Freitag von 8:30 bis 19:30 Uhr, und samstags von 10 bis 15 Uhr erreichbar.

Kartenvorverkauf im Internet
bei www.stadtkultur-bensheim.de 

Programm Vorstellung #5: Liebe / Eine argumentative Übung

Gastspiel am Dienstag, 31. März, 19.30 Uhr (Einführung 19.00 Uhr) im Parktheater Bensheim

In dem letzten Stück der Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler 2020 „Liebe/Eine argumentative Übung“ werden ein Comic-Held und vor allem seine Freundin Olivia Öl zur Blaupause für eine moderne Partnerschaft.

Popeye liebt Spinat, Tätowierungen und Olivia Öl. Das neue Stück von Sivan Ben Yishai macht den Comic-Mythos zur Kulisse eines Beziehungsdramas – und die weibliche Nebenrolle zur Hauptfigur: Aus ihrer Perspektive erzählt sie die intime Geschichte eines Liebespaares, dessen feministisch aufgeklärtes Weltbild viele blinde Flecken hat. Auf virtuose und höchst komische Weise macht Sivan Ben Yishai das Private zum Politischen. Die beiden Comicfiguren werden zur Reflexionsfläche für Jedermann und Jedefrau.

Pressestimmen

„Alles in allem eine überaus gelungene Uraufführung. Ein echter Wort- und Sinnenrausch. Eine innovative, kunstvolle und rasante Sprache, die Tabus offensiv angeht. Super Schauspieler. Facettenreichtum der Perspektiven. Tolles Timing. Pointen in Serie. – Begeisterter Applaus.“ 
Rhein-Neckar-Zeitung, 28.09.2019

„Hier handelt es sich um ein Sprachexerzitium. Die Schauspieler sind großartig: Sie machen das vom Flüstern bis zum aggressiven Acting toll […].“ Deutschlandfunk Kultur, 26.09.2019

Eckdaten

Titel
Liebe / Eine argumentative Übung

Von
Sivan Ben Yishai
Nationaltheater Mannheim

Mit
Tala Al-Deen
Rocco Brück
Almut Henkel
Ragna Pitoll
Sarah Zastrau

Regie & Bühne
Jakob Weiss

Kostüme 
Elena Gaus

Licht
Björn Klaassen

Dramaturgie 
Sascha Hargesheimer, Mitarbeit Ouldooz Pirniya

Dauer 110 Minuten, keine Pause 

Programm Vorstellung #4: How to Date a Feminist

Gastspiel am Freitag, 22. März, 19.30 Uhr (Einführung 19.00 Uhr) im Parktheater Bensheim

Das vorletzte Stück der Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler wird präsentiert vom Badischen Staatstheater Karlsruhe und kommt trotz 6 Charakteren mit nur 2 Schauspieler*innen aus.  

Kate arbeitet als Journalistin bei einer Zeitung, ist selbstbewusst, witzig und weiß, wo sie beruflich steht. Doch die eigentliche Emanzipation steht ihr noch bevor. Allein bei ihrem Vater aufgewachsen, hat sie gelernt, Männern zu gefallen, fürsorglich, „perfekt“ zu sein. Und dabei nie darüber nachgedacht, was sie selbst eigentlich will. Steve wiederum wurde stark durch seine feministische Mutter geprägt, die als Aktivistin in einem Frauenfriedenscamp gegen den Atomkrieg kämpfte; Steve ist Feminist. 

Kate und Steve lernen sich auf einer Kostümparty kennen. Obwohl die beiden so unterschiedlich sozialisiert sind, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander. Doch ihr Versuch miteinander die Ehe einzugehen, scheitert bereits 90 Minuten nach der Trauung. Zwei starre Weltanschauungen treffen aufeinander und ringen um Berechtigung. 

Die Inszenierung von Jennifer Regnet folgt dem Vorschlag der Autorin, dass die sechs Figuren des Stückes von zwei Schauspieler*innen gespielt werden. In einem furiosen Schlagabtausch, zwischen Wortgefecht, Rollen- und Kostümwechseln, befreien sich die Figuren von allen Zuschreibung, überwinden ihre Prägungen. Scherze und Spott über das Aussehen von Frauen und über die „netten“ Verhaltensweisen von Männern, die keine richtigen Männer sind, werden als Klischees karikiert und entlarvt. Losgelöst von der Debatte um den Feminismus ist „How to Date a Feminist“ ein Beispiel dafür, wie es uns gelingen kann, durch die Schubkraft der Liebe über uns selbst hinauszuwachsen. 

Eckdaten

Titel
How to Date a Feminist
Komödie von Samantha Ellis 

Badisches Staatstheater Karlsruhe

Mit
Tom Gramenz,  Lucie Emons

Regie
Jennifer Regnet 

Bühne
Anne Horny 

Kostüme 
Jamil Sumiri

Musikalische Leitung & Komposition 
Felix Kusser

Dramaturgie 
Nele Lindemann 

Dauer ca. 90 Minuten, keine Pause 

Aufführungsrechte
Rowohlt Theater Verlag, Reinbeck bei Hamburg

Programm Vorstellung #3: Antigone

Gastspiel am Donnerstag, 19. März, 19:30 Uhr (Einführung 19.00 Uhr) im Parktheater Bensheim

Diese Inszenierung des altbekannten Stücks über Krieg, Macht und Staatsräson, das Sophokles vor gut 2500 Jahren verfasste, überrascht durch einen frischen und modernen Anstrich. 

„Antigone“ ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich dem Staat und seinen Gesetzen widersetzt. Die sich für Gerechtigkeit und die Unantastbarkeit der Menschenwürde einsetzt. Die für Mitleid kämpft und Politik herausfordert. Und die damit einen schrecklichen Konflikt heraufbeschwört, der sie und andere am Ende umbringt. 

2500 Jahre alt ist diese „Antigone“ und dennoch erscheint sie als eine moderne Figur von heute. 2500 Jahre alt ist auch die Frage, wie das Volk, die Bürgerinnen und Bürger, sich zur Demokratie verhalten: Welche Haltung nimmst du ein, wenn es um Zivilcourage geht? Kämpfst du mit Antigone oder hältst du dich raus wie ihre Schwester Ismene? Antigone zeigt, dass eine Minderheit nicht machtlos ist. Gerade weil sie sich nicht der Mehrheit anpasst, wird sie unwiderstehlich. „Nicht zu hassen, zu lieben bin ich da“S, ist Antigones Leitspruch. Sie fordert das Aushandeln von Entscheidungen ein. Sie zeigt, wie die, die in der Demokratie nicht gehört werden, sich Gehör verschaffen können.
Die preisgekrönte niederländische Regisseurin Liesbeth Coltof inszeniert die Geschichte der beiden Schwestern als großes Drama auf einer Showbühne. Der Chor wird von Düsseldorfer Rapper*innen gegeben. Das antike Drama trifft auf Texte und Rhythmen einer urbanen Straßenkultur.

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Pressestimmen

„Unglaublich mitreißend. Selin Dörtkardeş in der Titelrolle steht von Beginn an unter Hochspannung. Das Menschenrecht, ein großes Wort, ist ganz ihr Ding.“
Rheinische Post, 10.11.2019

„Ein wegweisender Theaterabend. Stehende Ovationen und Bravo-Rufe. Kluge Regie von Liesbeth Coltof. Rap und Spoken Word-Texte von Aylin Celik und Uğur Kepenek aka Busy Beast begleiten die Gedankenflüge auf ihrer Reise.“
Neue Rhein Zeitung, 11.11.2019

Eckdaten

Titel
Antigone
von Sophokles
Rap und Spoken-Word-Texte von Aylin Celik und Uğur Kepenek aka Busy Beast 

Düsseldorfer Schauspielhaus

Mit
Selin Dörtkardeş 
Natalie Hanslik
Noëmi Krausz 
Eduard Lind 
Jonathan Gyles

Chor 
Aylin Celik, Uğur Kepenek, Jonathan Gyles

Regie
Liesbeth Coltof

Bühne
Guus van Geffen

Kostüm
Martina Lebert

Musik
Matts Johan Leenders, Philipp Alfons Heitmann

Chortexte
Aylin Celik, Uğur Kepenek

Tanz
Selin Dörtkardeş

Licht
Manuel Migdalek

Dramaturgie
Kirstin Hess

Dauer
90 Minuten, keine Pause

Programm Vorstellung #2: Besiegt am Feld des Lebens

Gastspiel am Sonntag, 15. März, 19.30 Uhr (Einführung 19.00 Uhr) im Parktheater Bensheim

Das zweite Stück der diesjährigen Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler kommt aus dem hohen Norden. Die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg präsentiert eine psychedelische Revue voller Farben basierend auf Texten des Avantgardisten Daniil Charms. 

Wir sind besiegt am Feld des Lebens.
Und jede Hoffnung ist vergebens.
Zu Ende ist der Traum vom Glück –
allein das Elend bleibt zurück.“
Daniil Harms

Gleich wird jemand an die Tür klopfen und laut rufen: „Öffnen Sie!“. Man könnte sich aufs Bett werfen und die Ohren zu halten. Es hilft nichts. Die Tür geht auf. Wer tritt ein? Sind es Polizisten? Sind es Ganoven? Sie sind jedenfalls zu Späßen und Schlägen bereit und ein Drama nimmt seinen Lauf. Es schreitet durch Lach- und Schmerzräume in eine Welt, in der das Banale und das Grausame dicht beisammen liegen. In der einem Mann der Arm abgerissen wird und eine Frau einen Hammer aus ihrem Mund zieht und sich jeder fragt: „Wohin schauen, wem vertrauen?“

Mit Schauspielstudierenden der Theaterakademie erforscht Regisseur und Thalia-Schauspieler Jörg Pohl die merkwürdigen Zwischenfälle, Agitprop-Verse, und Theaterminiaturen, die der sowjetrussische Avantgardist Daniil Charms (1905 – 1942) dem Wahnsinn des Alltags abgelauscht hat und auf die Rückseite von Kassenzetteln notierte.

Pressestimmen

„Alles ist sehr genau gearbeitet ohne dabei Spontaneität und Spielfreude zu lähmen. Und nie rutscht die Groteske in Klamauk ab.“ 
(Hamburger Abendblatt, 27.05.2019)

„Regisseur Pohl gewährt jedem Darsteller seinen großen Auftritt. Neben dem großen Talent Paula Weber ragen Fabian Dämmich und die unvergleichlich komische Rosa Lembeck […] heraus. Aber auch Miguel Jachmann, May Kirth, Gustav Edvards Gailus und Leonie Stäblein, sowie Magdalena Lermer machen ihre Sache gut. Ein Abend der Entdeckungen.“ 
(Hamburger Abendblatt, 27.05.2019)

Eckdaten

Titel
Besiegt am Feld des Lebens
Eine psychedelische Revue nach Daniil Charms

Hochschule für Musik und Theater
in Kooperation mit dem Thalia Theater

Termin 
Donnerstag, 15. März, 19.30 Uhr 
Einführung 19.00 Uhr

Mit
Miguel Jachmann, Rosa Lembeck, Paula Weber
Fabian Dämmich, Gustavs Edvards Gailus, Maximilian Kurth, Magdalena Lermer, Leonie Stäblein

Regie
Jörg Pohl

Bühne und Kostüme
Lena SchönHelen Stein

Musik
Matthias Stötzel

Bewegung
Catharina Lühr

Dramaturgie
Matthias Günther

Dauer
80 Minuten, keine Pause

Programm Vorstellung #1: MALADE oder woanders ist auch noch

Gastspiel am Montag, 9. März 19.30 Uhr (Einführung 19.00 Uhr) im Parktheater Bensheim

Ausschnitt aus dem Theaterstück MALADE

Fünf einzigartige Stücke werden deses Jahr auf der Bühne des Parktheaters Bensheims präsentiert. Wir finden, dass jedes einzelne Stück eine kurze Vorstellung verdient hat. Heute starten wir mit dem ersten Stück aus Graz. 

„Am schwersten ist es aufzuhören, bevor es blutig wird. Nicht, dass ich keine Lust dazu hätte… aber man kann ja nicht alles haben!“  
„La Haine“, Mathieu Kassovitz

Woher kommt die aktuelle Wut auf den Status Quo? Wie wird sie in zivilisierter Form unterdrückt und wo tritt sie zutage? Ausgehend von diesen Fragen bedient sich die Inszenierung unterschiedlicher Perspektiven, um zu untersuchen, ob Wut eine Krankheit ist, die uns aufhält, oder vielleicht genau das, was uns antreibt. Sind wir zu krank, um die Verhältnisse verändern zu können oder ist die Krankheit der Welt so stark, dass uns keine andere Möglichkeit bleibt, als ohne Obdach in einem Park zu enden – zufrieden darüber, sich endlich außerhalb der Gesellschaft zu befinden, jedoch niemals als Korrektiv innerhalb des Systems?

Im Hinblick auf das zunehmende Verbarrikadieren hinter immer extremeren Ansichten macht sich „MALADE oder woanders ist auch noch“auf die Suche nach einer Reaktion – helfen hier noch Kompromisse oder kann Veränderung nur dann stattfinden, wenn wir selbst ausgehend von radikalen Standpunkten handeln? Oder ist Rebellion schlichtweg Teilnahme und nichts zu tun die äußerste Gewalt? 

Für ihre Abschlussarbeit haben die beiden Absolventen der Kunstuniversität Graz gemeinsam mit der Regisseurin Rebekka David das Konzept dieses Stücks entwickelt. Hierarchie, Vereinzelung, Ausschluss und fehlende Solidarität bilden den Boden für die Wut, die täglich mehr Raum einnimmt und hier auf der Bühne in Erscheinung tritt. Mit einer Arbeitsweise, die gleichberechtigt und nicht hierarchisch funktioniert, ohne dabei die Kompetenzfelder Regie und Schauspiel aufzugeben, haben die drei versucht, dem auch strukturell etwas entgegen zu setzen.

Eckdaten

von
Rebekka David, Frieder Langenberger, Mario Lopatta
unter Verwendung von Texten von u.a. Virginie Despentes, Felicia Zeller und Heiner Müller

Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (künstlerische Diplomarbeit) 

Termin
Montag, 09. März, 19.30 Uhr 
Einführung 19.00 Uhr

Mit
Frieder Langenberger
Mario Lopatta

Regie
Rebekka David

Bühne
Albert Gitschthaler

Kostüme
Friederike Wörner 

Dramaturgie
Ensemble

Dauer
80 Minuten, keine Pause